Licht auf Luther

Erfurt

Ein Gewitter markierte die Wende: Vor den Toren Erfurts erschrak 1505 der Jurastudent Martin Luther in einem Unwetter derart, dass er gelobte, Mönch zu werden. Zwei Wochen später trat der 22-Jährige in das Augustinerkloster ein und änderte damit sein Leben radikal. Dies war der Beginn eines Weges, der die Glaubenswelt bis heute verwandelt hat.

Der Blitz als Wegweiser steht über dem Erfurter Kirchentag auf dem Weg. Die alte Universitäts- und Klosterstadt gab Luther das akademische und spirituelle Handwerkszeug. Luthers Orte laden ein: das Augustinerkloster, seine Studentenwohnung, das Lateinische Viertel, der Dom, die Michaeliskirche.

Beim Kirchentag auf dem Weg in Erfurt bringen Christen aus Ostdeutschland, der am meisten säkularisierenden Regionen weltweit, ihre besondere Perspektive zu brennenden gesellschaftlichen Fragen ein. Was bedeutet es heute, evangelisch zu sein?

Es ist gut, einen Blick in die Geschichte, aber auch auf das Erbe der Reformation zu werfen, zum Beispiel auf die ökumenischen Beziehungen in Erfurt, die schon seit 1530 vertraglich geregelt sind. Oder auf den jüdisch-christlichen Dialog, der durch Luthers harte Worte gegen die Juden belastet war. Heute gilt Erfurt mit seiner mittelalterlichen Synagoge, einem jüdischen Gold- und Silberfund und der aktiven Jüdischen Landesgemeinde als Schatztruhe jüdischer Religion und Kultur.

Der Kirchentag auf dem Weg in Erfurt bietet Gelegenheit, historische Schauplätze zu erleben, Themen der Reformation im Heute zu diskutieren und ein buntes Fest zu feiern.