erstellt von r2017

Die Künstlerin Johanna Reich arbeitet mit Volunteers an Kunstprojekt

Fotoprojektion mit Volunteer

"Du musst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst." - Mahatma Gandhi. Diese Aussage greift die Künstlerin Johanna Reich in ihrem neuen Projekt "Resistance" auf und interpretiert es für die Ausstellung Opens external link in new window"Luther und die Avantgarde" auf ihre Weise. Für Johanna Reich ist dabei nicht nur der Reformationsprozess interessant, sondern vielmehr, wie sich Luther trotz aller Widerstände für seine Meinung eingesetzt hat und dadurch die Welt verändern konnte. Das brachte die Künstlerin zu der Frage: Was bedeutet Widerstand heute, vor allem für die jüngere Generation?

 

Johanna Reich kam Anfang Januar nach Wittenberg, um dort mit den Volunteers von r2017 die Projektidee für die Ausstellung in die Tat umzusetzen. Die Volunteers-AG "Luther und die Avantgarde", die sich inhaltlich auf die Ausstellung vorbereitet, traf sich dafür mit der Künstlerin. Sie sprachen über Widerstand im Allgemeinen und darüber, ob es Widerstandskämpfer aus der Vergangenheit oder Gegenwart gibt, mit denen die Volunteers sich besonders identifizieren können.

 

Die Volunteers sind sehr international aufgestellt: Sie kommen aus Kamerun, Südkorea, Togo, Kolumbien, Deutschland, Costa Rica und Südafrika und konnten sich über die Lage in ihren Heimatländern austauschen. Ein Volunteer berichtete über den Widerstand in Südkorea. Dort hat es das Volk geschafft, durch Demonstrationen gegen die Präsidentin vorzugehen, die am 9. Dezember 2016 vorläufig entmachtet wurde. Für alle Beteiligten waren die Berichte faszinierend zu hören, da im eigenen Land nicht über sie berichtet wurde. Die gesammelten Eindrücke fließen in die weitere Arbeit der Künstlerin ein.

 

Johanna Reich erklärte ihr Projekt zunächst genau: Die Volunteers sollten jeweils einen für sie faszinierenden Widerstandskämpfer suchen und eine Fotoauswahl zusammenstellen. Anschließend wurde die Person auf die Volunteers projiziert. Ein Foto, auf dem beide Gesichter zu erkennen waren, entstand. Dabei überließ es die Künstlerin den jungen Erwachsenen selber, in welcher Position sie abgelichtet werden wollten und "auf welche Weise sie mit dem "Rebell" verschmelzen" wollten. Nach und nach entstanden spannende Bilder. Dabei musste darauf geachtet werden, dass das projizierte Bild am besten auf glatten, hellen Flächen zu erkennen war, wie auf dem Inneren der Hände. Die Positionierungsmöglichkeiten waren vielfältig und der Anspruch aller, die beste Gesamtkomposition eines Bildes zu finden.

 

Im Rahmen des Projektes wurden neue Perspektiven aufgezeigt und die politische Situation im Heimatland vor Augen geführt. Die Volunteers machten sich über Situationen des Protestes und des Widerstands im Alltag Gedanken. Dabei stellten sie sich die Frage: Wo ist Widerstand heutzutage nötig und wie kann ich mich an diesem beteiligen?

 Volunteers fotografieren Projektionen

Die Ausstellung findet vom 19. Mai bis 17. September im Alten Gefängnis in Lutherstadt Wittenberg statt. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Bei den Opens external link in new windowKarten für die Opens external link in new windowWeltausstellung Reformation ist die Kunstausstellung inbegriffen. Die Werke von Johanna Reich werden auf Litfaßsäulen in der Stadt zu sehen sein.