erstellt von r2017

Die Schweizer Reformation in Lutherstadt Wittenberg

Mit der Ausstellung "Prophezey - die Schweizer Reformation" hat der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK bewusst einen kulturhistorischen und keinen konfessionellen oder kirchlichen Ansatz gewählt. Der Schweizer Pavillon auf der Opens internal link in current windowWeltausstellung Reformation bietet Besucherinnen und Besuchern ein informatives, atmosphärisches und ästhetisches Erlebnis, das auch eine niederschwellige Form von Spiritualität ermöglicht. Er reflektiert die Schweiz und fördert das interkulturelle Lernen und Austauschen fundamentaler Werte der europäischen Identität. Die Architekten Christ & Gantenbein aus Basel, die den Pavillon entworfen haben, beschreiben den Bau als einen einfachen Unterstand, welcher sowohl "Behaglichkeit" als auch "Frömmigkeit" ausstrahlt und gleichzeitig den Eindruck einer Werkstatt vermittelt.

Die Druckerpresse im Schweizer Pavillon

Im Mittelpunkt steht eine Druckerpresse Froschauers: Dank Luthers Ideen treten Zwingli in Zürich und Calvin in Genf eine religiöse Revolution los. Die moderne Schweiz geht aus der Reformation hervor, aus den Prozessen und den Konflikten, die sie ausgelöst hat. Fünf Jahrhunderte später erinnert der Pavillon Prophezey in Wittenberg an Menschen, Momente, Objekte und Orte der Schweizer Reformation.

Serge Fournerod druckt mit einer Besucherin eine Seite der Bibel 

Der Drucker Froschauer druckte 1531 die erste vollständige deutsche reformatorische Bibelübersetzung  - das war nicht die Lutherbibel, die erschien erst drei Jahre später. Huldrych Zwingli, der Reformator Zürchs hatte in "Übersetzungs-Workshops" mit vielen Freunden seine Bibelüberstezung schon fertig gemacht. Für die Weltausstellung Reformation haben eine zeitgenössische Interpretation des Modells, auf der Froschauer die Bibelübersetzung von Zwingli gedruckt hat, nachgebildet.

 

Vier Räume bietet die Präsentation im Opens external link in new windowTorraum Kultur mitten in den Wallanlagen zwischen Pfaffengasse und B2. Auf der Veranda begrüßen Zwingli, Calvin und Luther zusammen mit Nicolaus von Flüe als Silhouetten. Im zweiten Raum erfahren Interessierte viel über die Reformation in der Eidgenossenschaft. Die Druckerpresse von Froschauer steht im dritten Raum - Besucherinnen und Besucher können beim Drucken der Bibel mit Hand anlegen. Auf den "Engel der Apokalypse" in einer Darstellung von Hans Holbein dem Jüngeren treffen Besucherinnen und Besucher in Torraum 4 - eine der Illustrationen der ersten Ausgabe der Zürcher Bibel.