erstellt von r2017

Alle sind zum Reformationssommer eingeladen

Margot Käßmann bei Pressekonferenz auf ITB

Spätestens 2017 sollten auch die 23 Prozent der Westdeutschen in den Osten reisen, die dort noch nie gewesen sind. Dazu forderte Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum bei der Internationalen Tourismus-Böse in Berlin auf. Aber auch alle anderen seien eingeladen, im Reformationssommer 2017 Mitteldeutschland zu besuchen. Der Countdown zum 500. Reformationsjubiläum 2017 habe schon begonnen, sagte die Theologin, die in den letzten Tagen von einer ausführlichen Asienreise zurückgekehrt ist: Weltweit würden die Vorbereitungen "mit großer Neugier" verfolgt, Gäste aus Asien und Nordamerika würden erwartet, sagte Käßmann am Rande der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, auf der unter anderem auch am Stand des Landes Sachsen-Anhalt für das Reformationsjubiläum geworben wird.

 

So erläuterte Margot Käßmann die großen Vorhaben für den Reformationssommer: Er starte wenige Tage nach dem Auftakt für das Jubiläumsjahr am 3. November 2016 mit den "Geschichten auf Reisen", einer Tour durch 19 europäische Länder. Am 20. Mai 2017 werde der Truck in Lutherstadt Wittenberg ankommen und damit die "Tore der Freiheit" - Weltausstellung Reformation eröffnet. In sieben Themenbereichen und 16 Themenwochen werde die Reformation heute dargestellt, bedacht und diskutiert. Die sieben Themenbereiche werden als Tore der Freiheit inszeniert - in einem großen Studierendenwettbewerb wurden dafür Entwürfe entwickelt, die nun umgesetzt werden, wusste Margot Käßmann, die auch Vorsitzende der Projektleitung für die Weltausstellung Reformation ist.

Auf Rückfrage bestätigte sie, dass die für 2017 geplante Weltausstellung Reformation sich auch mit der Flüchtlingskrise beschäftigen werde. Es sei nicht möglich, eine Weltausstellung ohne die "großen Themen der Zeit" zu organisieren. So sollten etwa in einem Teich in Lutherstadt Wittenberg Flüchtlingsboote aus dem Mittelmeer gezeigt werden. Während der Weltausstellung, die vom 20. Mai bis 10. September 2017 in Wittenberg läuft, sollen die Boote von Asylsuchenden umgearbeitet werden. Für Margot Käßmann knüpfe dies an die Friedensaktion "Schwerter zu Pflugscharen" an. Sie beruht auf einem biblischen Zitat und wurde vor Jahrzehnten in Wittenberg inszeniert.

 

Margot Käßmann lud zu den sechs Kirchentagen auf dem Weg in acht mitteldeutschen Städten ein, die parallel zum 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag Berlin - Wittenberg in der Woche vor dem 28. Mai 2017 stattfinden. Die Kirchentage auf dem Weg seien nicht nur eine Gelegenheit, die Kultur, das Leben und die Traditionen einen von vielen noch unentdeckten oder neu zu entdeckenden Landstrichs Deutschlands wahrzunehmen, sondern auch miteinander über aktuelle Fragen des Glaubens und der Gesellschaft miteinander ins Gespräch zu kommen. Am Sonntag, 28. Mai, treffen sich die Teilnehmenden des Kirchentags und der Kirchentage auf dem Weg mit vielen anderen zum großen Festgottesdienst auf den Elbwiesen in der Nähe der Lutherstadt, kündigte Margot Käßmann an.

 

Durch das Reformationsjubiläum werde Wittenberg und Sachsen-Anhalt auch jünger, wusste die Reformationsjubiläumsbotschafterin: Über 300 Freiwillige - sogenannte Volunteers - werden mit bei der Durchführung der einzelnen Veranstaltungen mitarbeiten und über 15.000 junge Menschen werden zu den KonfiCamps nach Wittenberg kommen und dort fünf spannende Tage erleben.