erstellt von epd

Reformationsjubiläum hat Nachdenken über Religion entfacht

Prominente aus Politik, Kultur, Kirchen und Religionsgemeinschaften haben rund drei Wochen vor dem Abschluss der Feiern zu 500 Jahren Reformation das Verbindende im Jubiläumsjahr herausgestellt. "Während des Jubiläums haben wir gute Beispiele von gelingendem Miteinander erlebt, und dabei sind Fragen nach Reformbedarf in den Religionen gestellt worden", bilanzierte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Ayman Mazyek, auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Stets müsse das Nachdenken über Religion neu entfacht werden. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, betonte: "Erstmals in der Geschichte war dies ein Jubiläum ohne nationalistische und anti-katholische Stoßrichtung."

 

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte, er habe sich besonders darüber gefreut, "dass wir das gesamte Gedenken in einem zutiefst ökumenischen Geist gestalten konnten". Schauspieler Samuel Koch waren die menschlichen Begegnungen besonders wichtig: "Auf jeder Veranstaltung, an jedem Ort, bei jeder Ausstellung, auf jedem Weg begegnen sich Menschen. Deshalb möchte ich auch keine besondere Veranstaltung herausheben. Denn das Wertvollste ist immer die Begegnungen und der Austausch mit Menschen!"

 

Aus Sicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) geht ein "sehr gelungenes Jubiläumsjahr" zu Ende. Das sei "vor allem dem Engagement zahlreicher Mitstreiter aus Kirche, Bund, den Ländern und Kommunen sowie aus der Zivilgesellschaft" zu verdanken. Diese intensive Auseinandersetzung mit 500 Jahren Reformationsgeschichte habe in Erinnerung gerufen, dass das christliche Wertefundament des geeinten Europas alles andere als selbstverständlich sei. Und die Bereitschaft beider Kirchen, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen, mache zuversichtlich.