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Sieben Torräume eröffnen Raum für Freiheit - Die acht Preisträger

Sieben Torräume sollen bei der Opens external link in new windowWeltausstellung Reformation im Jahre des Reformationsjubiläum 2017 in Lutherstadt Wittenberg das Bild prägen: "Tore der Freiheit". Dort präsentieren sich Kirchen, Gruppen, zivilgesellschaftliche Organisationen mit aktuellen Themen, die Reformen und Reformationen im 21. Jahrhundert bedeuten können. In einem großen Wettbewerb hat der Verein "Reformationsjubiläum 2017" Studierende an verschiedenen deutschsprachigen Hochschulen aufgefordert, sich zur Gestaltung der Torräume Gedanken zu machen. Die Jury hat nun ausgewählt, welche von den eingereichten Arbeiten einen ersten Preis bekommen: Opens external link in new windowFür sieben Torbereiche wurden acht eingereichte Arbeiten ausgezeichnet. Mit organisiert hat den Wettbewerb die Opens external link in new windowProjektgesellschaft TRIAD.

 

Torraum 1 - Welcome

In der Nähe des Hauptbahnhofs soll ein Turm entstehen - hier die Pläne 

Von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar eingereicht soll in der Nähe des Hauptbahnhof für die Zeit der Weltausstellung ein Turm entstehen. 140 Stufen - so die momentanen Vorschläge - sollen 30 Meter nach oben führen: „Aus einem neuen Blickwinkel schauen, die Stadt und die Welt anders wahrnehmen.“ Der Entwurf „lädt die Besucher der Stadt Wittenberg dazu ein hinaufzusteigen, den Gedanken der Reformation zu erleben und die Stadt aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Luther schlug einst die 95 Thesen an die Kirchentür, 500 Jahre später werden sie an den Außenseiten des Turmes zu sehen sein. Als Ausgangspunkt der Reformation markieren sie den Beginn der Weltausstellung.“

 

Torraum 2 - Spiritualität

Modell der Wege, die auf dem Bunkerberg entstehen sollen

Von der Hochschule Düsseldorf eingereicht, sollen auf und an dem Bunkerberg in Lutherstadt Wittenberg Wege und Stege auf und an den Bunkerberg gebaut werden. Sie fügen sich behutsam in die Landschaft ein, tangieren sie und ragen darüber hinaus. Weit auskragende Stege werden punktuell auf Stützen aufgelagert. An einem Kreuzungspunkt enden die Stege ohne sich zu berühren. Ein auf Stützen gelagertes Dach nimmt an dieser Stelle die Form auf und ergänzt so den fehlenden Kreuzungspunkt. Dieser ist der einzige Entwurf, der nach den bisherigen Planungen auch in Wittenberg permanent bleiben soll: "Spiritualität als Ausdruck innerer Suche des Menschen und damit als Ausdruck eines der tiefsten, menschlichen Bedürfnisse. Es geht um die Schaffung einer atmosphärischen und räumlichen Struktur, die unterschiedliche Erfahrungen an diesem spezifischen Ort ermöglicht. Sie wird erst aktiviert durch die Menschen, die sich in oder auf ihr bewegen; erst ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen füllen diesen Ort.

 

Torraum 3 - Jugend

Modell des Torraums

Der "Entwurf ‚Läuft‘s bei dir - Versteckte Vielfalt‘ basiert auf der Konzeptidee, den in der Jugendzeit zu durchlaufenden Irrgarten aus Entscheidungen und Wegefindungen in Form einer Installation zu symbolisieren. Von außen betrachtet, erscheint die Zeit der Jugend funkelnd, prächtig und spannend, befindet man sich inmitten, fordert die Vielfalt der verschiedenen Wege stetige Entscheidungen auf der Suche nach dem ‚richtigen Weg‘. Vielleicht wird einem der direkte Weg versperrt, vielleicht wählt man Umwege, am Ende wird man aber dennoch seinen ganz individuellen Weg ans Ziel finden.“ Diese Idee haben Studierende der Fachhochschule Mainz vorgeschlagen. Auf den Plätzen Muth'scher Grund, Amselgrund und beim KTC sollen vertikale Stämme in unterschiedlicher Höhe gesetzt werden. Ihre unterschiedliche Positionierung lassen offene Räume und große Dichte entstehen.

 

Torraum 4 - Frieden, Gerechtigkeit - Bewahrung der Schöpfung

Entwurf für den Torraum 3 mit Flüchtlingsbooten im Schwanteich

Die Fachhochschule Salzburg hat den Entwurf eingereicht, am Schwanenteich in Lutherstadt Wittenberg Flüchtlingsboote aus dem Mittelmeer auszustellen und diese im Lauf der Weltausstellung umzuarbeiten: "Mit unserem Projekt für das Reformationsjubiläum 2017, welches von Offenheit, Freiheit und Ökumene geprägt sein soll, möchten wir die Chance nutzen, um auf das gegenwärtige Thema der Europäischen Asyl- und Migrationspolitik aufmerksam zu machen. Die derzeitige Ausgangslage sehen wir als das genaue Gegenteil von Gerechtigkeit, Frieden und der Bewahrung der Schöpfung. Durch unser Projekt sollen die Besucher für dieses Thema sensibilisiert, informiert und motiviert werden." Dazu sollen die Flüchtlingsboote vom Süden Europas nach Wittenberg transportiert werden und dort bei verschiedenen "Interventionen" umgebaut werden.

 

 

Torraum 5 - Globalisierung - Eine Welt

Pläne für den Torraum 5 - Glaskuben auf Anhänger-Chasis

"Glaspaläste" ist der Entwurf für den Torraum zur Globalisierung überschrieben. Eingereicht von Studierenden der Universität Wien, sollen auf dem Parkplatz beim Neuen Rathaus in der Lutherstadt Wittenberg transparente Glaskuben, die auf einem PKW-Anhänger aufgesetzt wurden, immer wieder versetzt werden. So entstehe eine dialogische, interaktive und partizipative Raumstruktur zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft entwickelt, in der sich der christliche Glaube dem Globalen und damit dem Anderen, Fremden, Unbestimmbaren öffnen kann. Als Ausdruck von größtmöglicher Toleranz gestaltet er sich durch Glaspaläste in einer ephemeren Form und setzt sich den unvorhersehbaren Situationen im Stadtraum und in der Welt aus.

 

Torraum 6 - Ökumene und Religion

Die Pläne für die Wunschwolken aus fünf mal hundert Acrylrohren

Acrylrohre, die nachts beleuchtet werden, wollen die Studierenden der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senfentberg in den Luthergarten hängen. Von weitem sichtbar, an den Hauptzugängen zwischen mächtigen Bäumen schwebend, lenken fünf mal hundert Wunschwolken die Aufmerksamkeit und die Besucher in den ökumenischen Dialog. Unter dem Motto Ökumene und Religion – Wünschen verbindet – laden fünf Weltreligionen im Rahmen der Weltausstellung 2017 im Luthergarten zu fünf dem Licht und dem Bitten gewidmeten Festen. Höhepunkt dieser Feste soll die in allen Religionen verankerte Zeremonie des Wünschens und Bittens sein.

 

Torraum 7 - Kultur - ein geteilter Preis mit zwei ersten Preisen

Stelen und Gartenkultur in einem Torraum

Den ersten Preis für den Torraum Kultur hat die Jury geteilt. Zum einen für die Hochschule für Technik Stuttgart, zum anderen für die Universität der Künste Berlin. Die Stuttgarter Studierenden haben vorgeschlagen ein additives Konzept vorgeschlagen, bei dem durch spiegelnde Stelen Themeninseln entstehen sollen, die dann interaktiv begangen werden können. Die Berliner Studierenden haben das Thema "Kultur" anders umgesetzt: Der Entwurf "Paradiesgarten" besteht aus drei Komponenten, die durch wassergefüllte Schläuche miteinander in einem Kreislaufsystem verbunden sind. Die erste Komponente („Kompoststadt“) wird aus mehreren Kompostzylindern gebildet, weiters aus einem aufgeständerten Paradiesgarten und einem warmen Wasserbecken.