erstellt von epd, r2017

Wittenberger Weltausstellung thematisiert Menschenrechte

Die Wittenberger Freiluftausstellung hat in ihrer zehnten Themenwoche die universalen Menschenrechten in den Mittelpunkt gerückt. Bis Montag sind dazu Diskussionen und Workshops unter anderem zu Asyl und Sklaverei sowie zu Meinungs- und Religionsfreiheit geplant.

 

Zum Auftakt des Wochenprogramms diskutierten der Berliner Altbischof und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, und Richter Michael Germann vom Landesverfassungsgericht Sachsen-Anhalt über Religionsfreiheit als Teil der Menschenrechte. Huber betonte, Religionsfreiheit müsse gewährleistet werden, um vor allem religiöse Minderheiten zu schützen. "Mir ist bewusst, dass Gottes Wahrheit viel größer ist als meine Fähigkeit, Wahrheit zu erkennen", so Huber. Darum fordere er den Respekt anderer für seine Überzeugung, so wie er sie auch anderen entgegenbringe.

Denkbar

Wie die Kirche mit Rechtspopulismus umgeht, gehört ebenfalls zum Themenspektrum der Woche. Am Donnerstagnachmittag findet dazu ein Gespräch mit Henning Flad von der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus statt. Am Freitag widmen sich Sarah Lincoln, Menschenrechtsreferentin von Brot für die Welt, und Reformationsbotschafterin Margot Käßmann der fairen Produktion von Kleidung. Zu Beginn der kommenden Woche debattiert Käßmann wiederum mit Andreas Lipsch von Pro Asyl über Migration und Flucht als Herausforderung für die Kirche.

 

Im Himmelszelt des Lutherischen Weltbundes (LWB) werden zudem Ideen für die Kirche der Zukunft vorgestellt, die junge Menschen weltweit in einer Projektarbeit seit 2015 entwickelt haben. 21 lutherische Jugendliche aus 14 Mitgliedskirchen des Weltbundes kommen dazu nach Wittenberg.

 

Bereits am Montag hat die Wittenberger Summer School 2017 ihren Campus auf dem Schlossgelände eröffnet. In den kommenden vier Wochen werden dazu 500 Studierende und Promovierende aus aller Welt und verschiedener Religionen erwartet. In 35 Seminaren auf Deutsch und Englisch sollen nach Angaben der Veranstalter gleichberechtigte Dialoge zustandenkommen, in denen es um Themen der Reformation und der Gesellschaft heute geht.

 

Michael Kleeberg, Schriftsteller und literarischer Übersetzer, liest am Donnerstagnachmittag in der Kapelle des Paul-Gerhardt-Stifts aus seinem Roman "Das amerikanische Hospital", der 2011 mit dem Evangelischen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Darin geht es um die Grenzerfahrungen mit Verlust und Schuld, Einsamkeit und Hoffnung, Krankheit und Heilung.

 

Die Konzertbühne der Lutherstadt gehört am Donnerstag abermals Margot Käßmann, die musikalisch begleitet vom Münchner Liedermacher Konstantin Wecker Texte zum Frieden liest. Am Freitag tritt Henning Wehland auf, der durch die H-Blockx und die Söhne Mannheims bekannt wurde. Schauspielerin Anna Loos und ihre Rockband Silly machen am Sonntag Station in Wittenberg.

Margot Käßmann und Konstantin Wecker