Torraum Ökumene und Religion

Balance zwischen Einheit und Vielfalt

Ökumene und Religion als Tor der Freiheit – das heißt, die Balance zwischen Einheit und Vielfalt zu halten. In dieser Balance kann die Erinnerung an die Reformation heute in ökumenischer Weite und gegenseitigem Respekt Gestalt gewinnen. Es gibt noch mannigfache Aufgaben, die in Zuversicht zu lösen sind, weil unter anderem Lutheraner und Katholiken auf einem unumkehrbaren Weg vom Konflikt hin zur Gemeinschaft sind. Besucherinnen und Besucher entdecken in diesem Torraum die Gemeinsamkeiten zwischen den christlichen Kirchen, sie begegnen Christen verschiedener Länder und Konfessionen, sie nehmen das ökumenische Projekt „Luthergarten“ wahr, sie lassen sich im täglichen Mittagsgebet auf die Einheit der Christen ein und setzen sich mit dem Verbindenden aller Konfessionen auseinander.


Der Themenbereich Ökumene und Religion öffnet Raum für Begegnungen und einen Austausch zwischen allen Menschen und allen Konfessionen – und scheut dabei Kritik und Differenz nicht. 500 Jahre nach der Reformation stellt sich die Frage, wie Christen angemessen die dunklen, verletzenden Auslassungen Luthers zu den Juden bewerten und wie Christen und Juden gemeinsam die Wirkungsgeschichte würdigen. Ebenso sind angesichts der aktuellen Herausforderungen durch neue muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland Antworten auf die Frage gefordert, wie Gespräche zwischen Muslimen und Christen an Tiefe gewinnen können.

Die katholische Kirche begrüßt Sie ganz herzlich zu ihren vielfältigen Angeboten in der Pfarrkirche am Rande der Wittenberger Altstadt. Während der Weltausstellung Reformation setzen wir ein Zeichen ökumenischer Nachbarschaft und Verbundenheit. Es erwarten Sie ein gemütliches Kirchencafé, Meditationsimpulse, Gottesdienste, Vorträge, Gesprächsangebote, informative Ausstellungen und vieles mehr. Wie erfrischend und vielfältig der katholische Glaube ist, zeigen die Bistümer und Institutionen, die sich hier im wöchentlichen Wechsel präsentieren. Es lohnt sich also, mehrmals vorbeizukommen.

Luthergarten – Wo Glaube über sich hinauswächst

Der Lutherische Weltbund, eine weltweite Gemeinschaft von 145 lutherischen Kirchen, lädt Kirchen aus aller Welt ein, Bäume zu pflanzen – ein lebendiges, wachsendes Reformationsdenkmal. Mit knapp 300 Bäumen ist dieser Garten ein Zeichen der Verbundenheit unter den christlichen Kirchen und Konfessionen. Auch die Gartenanlage selbst trägt eine Bedeutung in sich. Im Zentrum steht ein großes Himmelskreuz, eine dreifache Kreuzkonstruktion aus Aluminium und Edelstahl. Von dieser Mitte führen sieben Wege – stellvertretend für die sieben Kontinente – in die Welt.


Seelsorge zwischen Himmel und Erde – im Riesenrad auf der Weltausstellung Reformation

30 Meter hoch ragt es in den Himmel: das Riesenrad im Torraum Ökumene und Religion. Im Riesenrad ist es wie im Leben: Es gibt schöne, luftige Momente, in der die ErdenDinge und Alltagssorgen etwas kleiner erscheinen. Manchmal geht es allerdings auch abwärts. Seelsorge hilft auf dieser Reise durchs Leben. „Seelsorge zwischen Himmel und Erde“ nennen wir darum unser Angebot. Die Seelsorge präsentiert sich mit dem Riesenrad sehr leicht und spielerisch. Die Gondeln sind trotzdem ein geschützter Raum, in dem Geheimnisse anvertraut werden können. Wer möchte, kann auf der Fahrt mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger sprechen. Andere wollen sich vielleicht lieber von der Musik in den Gondeln begleiten lassen. Man muss aber nicht unbedingt reden oder feiern, sondern kann einfach entschleunigen und ganz langsam Wittenberg von oben genießen.


Das sollten Sie nicht verpassen:

  • Juden, Christen und Muslime unter einem Dach: Besuchen Sie das „House of One“ als Ort des interreligiösen Dialogs.
  • Getragen zwischen Himmel und Erde: Fahren Sie mit dem Riesenrad der Fachkonferenz Seelsorge und genießen Sie neue Perspektiven auf die Lutherstadt und Ihr eigenes Leben.
  • Fünf Weltreligionen, fünf Feste: Lernen Sie auf Glaubensfesten Rituale und Traditionen aus Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus kennen.